Torsten Wochatz ist mit Leib und Seele Schiedsrichter. Der ehemalige Spieler des 1. MBC 70/90 Halle und heutige Vereinsvorsitzende ist seit dem Jahr 2000 auch als Schiedsrichter auf den deutschen Motoball-Plätzen unterwegs. Und nicht nur das, wie Wochatz erzählt: „Der ‚Ritterschlag‘ war dann mein erster Einsatz bei einer Europameisterschaft. Das war. 2016 in Budel mit gehörigem Lampenfieber vor dem ersten Spiel.“ In der Partie Frankreich gegen Weißrussland war er Schiedsrichter und verschaffte sich schon nach wenigen Minuten Spielzeit Respekt. „Es gab gleich in der zweiten Minute eine Rote Karte und einen Strafstoß gegen Frankreich – aber keine Proteste. Ab dem Zeitpunkt war das Lampenfieber weg“, erzählt Torsten Wochatz mit einem Schmunzeln. Genau diese Momente machen es mit aus, Motoball-Schiedsrichter zu sein. „Die Aussicht – bei entsprechender Leistung – hochklassige Spiele leiten zu dürfen, kann und sollte Motivation sein, Motoballschiedsrichter zu werden“, hofft der Unparteiische.

    Denn in Deutschland herrscht weiterhin Schiedsrichter-Mangel. Es wird dringend Nachwuchs gesucht, denn „ohne Schiedsrichter gibt es auf Dauer auch keinen Motoball mehr“, wie der Vorsitzende von Motoball Deutschland, Lothar Grabs, feststellt. Derzeit kann der Schiedsrichter-Verantwortliche Thomas Auer nur mit 20 aktiven Schiedsrichtern pro Spieltag planen. Der Rahmen ist eng gesetzt. Denn auch für die Jugendpartien müssen Unparteiische eingeplant werden. Damit sich die Situation in absehbarer Zukunft besser gestaltet, haben die Vereine selbst Initiativen gestartet, um mehr Interessierte an das Schiedsrichterwesen zu bringen. Trotzdem kann nach Thomas Auer und Lothar Grabs noch mehr getan werden. Sonst könnte die Situation prekär werden. „Ohne Schiedsrichter kann kein Motoballspiel stattfinden. Das muss allen klar sein“, unterstreicht Auer eindringlich. Gerade auch junge Spieler, die den Sprung von der Jugend zu den Senioren nicht schaffen, könnten dem Motoballsport als Schiedsrichter weiter zur Verfügung stehen.

    Motoball-Schiedsrichter zu sein, macht einfach großes Spaß. „Wichtig ist, wie bei vielen Dingen im Leben, mit Herz und Leidenschaft dabei zu sein“, erzählt Torsten Wochatz. „Die Motoballregeln sind nicht so kompliziert. Eine gewisse körperliche Fitness sollte auch da sein und dann macht es einfach großen Spaß.“ Zudem ist man als Schiedsrichter im Motoball nicht abgehoben vom Vereinsleben. Alle Unparteiische in Deutschland kommen aus den Motoball-Clubs und sind dort fester Bestandteil des Vereinslebens und der gesamten Motoball-Gemeinschaft. „Erwähnen kann man noch, dass es für die Tätigkeit auch eine Aufwandsentschädigung gibt“, so Wochatz. „Für mich war das allerdings nicht der Grund, Schiedsrichter zu werden. Ich liebe einfach diesen Sport. Damit dieser weiter auf hohem Niveau stattfinden kann, brauchen wir Schiedsrichter.“ Darum sollte sich Interessierte einfach direkt in ihren Vereinen melden oder als Außenstehende mit den Clubs Kontakt aufnehmen.

    Foto: Ray Kun

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