Die deutschen Motoball-Bundesligisten sehnen sich nach zwei außergewöhnlichen und auch schwierigen Jahren nach Normalität. Nach dem im vergangenen Jahr die Bundesliga-Saison aufgrund der Corona-Pandemie komplett abgesagt werden musste, fand in diesem Jahr mit der Gruppenphase immerhin eine abgespeckte Bundesliga-Saison statt. Mit dem MSC Ubstadt-Weiher wurde nach einem spannenden Finale gegen den MSC Puma Kuppenheim ein neuer deutscher Meister gefunden. Trotzdem war es für die Motoball-Vereine in Deutschland alles andere als einfach. „Insgesamt gesehen war es eine schwierige Saison. Durch die Ungewissheit am Anfang des Jahres war eine Planung fast unmöglich“, meint darum auch der Vorsitzende des MSC Comet Durmersheim, Stephan Münzer. Auch ist er froh, dass in diesem Jahr nicht jahresübergreifend gespielt wurde: „Durch die Umsetzung der Covid-Vorgaben war es natürlich ein größerer organisatorischer und finanzieller Aufwand, um die Spiele nach diesen Vorschriften durchzuführen. Es war aus unserer Sicht auch richtig, nicht jahresübergreifend zu spielen, das haben uns die Zuschauerzahlen am Ende der Saison bestätigt. Ebenso wäre es für uns nicht möglich gewesen, bis Ende Oktober Spiele auf unserer derzeitigen Platzanlage durchzuführen.“

    Lieber jahresübergreifend hätten allerdings andere Vereine gerne gespielt. „Sowohl für den Verein als auch für mich persönlich war die Saison nicht im Ansatz an einen normalen Spielbetrieb angelegt. Die Gruppenphase und die darauffolgenden Begegnungen der Play-Off-Spiele sind nur sehr schwer zu verstehen bzw. zu akzeptieren. Ein normaler Spielbetrieb wäre mit der jahresübergreifenden Variante durchaus möglich gewesen“, sieht es Bernd Schäfer vom MSC Taifun Mörsch. Darum fordert der Taifun-Geschäftsführer auch „Normalität und eine allgemeine Bereitschaft für mehr Innovation und Reformen“ von den Vereinen der Motoball-Bundesliga. Auch Sabine Staudt, Vorsitzende des MSC Ubstadt-Weiher, hätte gerne mit ihrem Verein eine jahresübergreifende Saison gespielt: „Aus unserer Sicht ist die Saison natürlich optimal gelaufen – die Jugend und die erste Mannschaft wurden deutscher Motoballmeister. Der Gruppenmodus hat uns aber überhaupt nicht gefallen. Eine jahresübergreifende Saison mit einem Finale im Sommer wäre auch im Sinn des MSC Ubstadt-Weiher.“

    Für Roger Nast und dem MSC Jarmen war es auch kein einfaches Jahr. „Es war erneut eine Saison unter schwierigen Vorzeichen. Bedauerlicherweise waren auch in diesem Jahr keine regulären Ligaspiele möglich. Letztendlich waren wir jedoch froh, dass wir einige Spiele mit Wettbewerbscharakter austragen konnten“, so der Vorsitzende des MSC Jarmen. „Leider ermöglichte der Spielbetrieb nur einen abgesteckten Vergleich mit den Teams aus Halle und Malchin in unserer Gruppenphase. Wir als Verein und auch die Zuschauer haben den sportliche Anreiz vermisst, gegen alle anderen Nordvereine zu spielen. Eine weitere Bürde für den Verein war die Durchführung von Veranstaltungen unter Coronabedingungen. Wir sind froh, dass die Zuschauer uns trotzdem die Treue hielten und die behördlichen Auflagen befolgten.“ Deshalb hofft Nast auf eine „normale Saison“ im kommenden Jahr. Ähnlich schwierig war es aucf für den MBV Kierspe. „Finanziell konnten wir diese besondere Situation mit der Corona-Pandemie nur mit Hilfe der NRW-Soforthilfe, dem Landessportbund, dem ADAC und unseren Sponsoren bewältigen und überstehen, so der Vorsitzende Klaus Bott. „Wir hoffen für die kommende Saison auf eine halbwegs planbare und sichere Spielrunde. Wir sind uns jedoch bewusst, dass die kommenden Zeiten unter diesen Umständen nicht einfacher und vorerst weiterhin sorgenreich bleiben. Eine große Sorge gilt unseren Spielern der ersten Mannschaft, der Jugendabteilung und den jüngsten Nachwuchstalenten (fünf bis 12 Jahren) – wir müssen alles daran setzen einen für alle planbaren und sicheren Trainings- und Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, sonst wird das Interesse und der Spaß für unseren Sport darunter leiden.“

    Auch beim MSC Kobra Malchin hoffen die Verantwortlichen auf eine planbare Spielzeit. „In unserem Verein gab es aufgrund der besonderen Situation in diesem Jahr Höhen und Tiefen. Jedoch brachte die Neuanordnung des Spielplans, einerseits neue Erkenntnisse und andererseits Kritik mit sich“, so der Vorsitzende Robert Wenzlaff. „Im Groben und Ganzen möchte ich aber sagen, dass wir als Verein diese Situation gut gemeistert haben. Für die kommende Saison wünschen wir uns Motoball in der alten Art und Weise wieder spielen zu können. Jedoch müssen wir uns erst einmal neu aufstellen, da unser Kapitän den Verein verlassen hat.“ Beim MSC Puma Kuppenheim hofft man ebenfalls auf eine gewohnte Spielrunde, denn der Vizemeister gilt als Verfechter des normalen Spielbetriebs mit einem Endspiel im Oktober. „Für das nächste Jahr wünschen wir uns bezüglich Corona-Verordnungen etwas Erleichterung, um auch nicht immer den hohen personellen Aufwand für Kontrolle und Überwachung zu haben“, fordert Hans-Georg Prestenbach. Der Vorsitzende des MSC Puma schaut aber auch sportlich nach vorne: „Wir werden auf jeden Fall alles dransetzen, die Titel wieder nach Kuppenheim zu holen. Wir hoffen auch, dass wir nach zweijähriger Pause unser traditionelles Motorsportfest über die Pfingstfeiertage wieder veranstalten können.“

    Einen normalen Spielbetrieb erhofft sich auch Normann Brunner vom MSC Comet: „Der Wunsch nach einer normalen Meisterschaftsrunde von März/ April bis Oktober, wie man sie traditionell kennt, besteht grundsätzlich.“ Das sieht auch Lukas Schmidkunz vom MSC Malsch so. „Für den MSC Malsch war die kurze Saison ein Erfolg. Wir konnten zwar keinen Sieg einfahren, jedoch wieder einmal einen starken Willen und viel Engagement unseren Fans zeigen und auch verbunden damit, ein paar Tore.“ Der Sportleiter der Malscher blickt optimistisch nach vorne: „Ich freue mich ganz klar mehr Spiele und vor allem die volle Spielzeit von März bis Oktober. Außerdem hoffen wir wieder auf einen so starken Zulauf an Fans und Gönnern, wie wir es dieses Jahr, trotz der angespannten Lage, hatten.“

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