Jugendnationaltrainer Christian Beer sieht den Motoball-Nachwuchs in Deutschland auf einem guten Weg – trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Mit dem Bundetrainer sprach Thomas Meiler über die nähere Zukunft des Nachwuchsmotoball.

    Thomas Meiler: Wie sehen sie ganz abgesehen von Corona die Lage im Motoball-Nachwuchsbereich?

    Christian Beer: Ich sehe das sehr positiv. Die Mannschaften, die ich im ADAC-Cup sehen durfte, haben sich alle weiterentwickelt und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Es ist in der Breite ein schönerer Motoball gespielt worden, alle Akteure hatten Freude an ihrem Sport und waren wahnsinnig ehrgeizig – aber trotzdem sehr diszipliniert. Natürlich sind mir auch einige Spieler mit ihrem Auftreten, ihrer Präsenz auf dem Platz und ihren spielerischen Fähigkeiten besonders ins Auge gestochen.

    Thomas Meiler: Was kann im deutschen Motoball bei der Nachwuchsarbeit besser gemacht werden und was läuft schon gut?

    Christian Beer: Die mannschaftliche Geschlossenheit vor, während und nach den Spielen hat mich bei allen Teams beim Motoball-Cup begeistert. Alle Verantwortlichen in den Vereinen haben tolle Arbeit geleistet, die Unterstützung der Familien war sehr positiv. Ich denke, dass diese Spielform nach Möglichkeit beibehalten werden sollte. Es ist für die Jugendlichen ein besonderer Reiz und eine zusätzliche Motivation vor den Senioren zu spielen. Ich weiß leider auch, dass es für manche Vereine aufgrund der großen Entfernungen nicht einfach ist. Hier sollte man spätestens in der nächsten Saison solidarisch versuchen, auf auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Thomas Meiler: Welche Ziele haben Sie mit der Jugendnationalmannschaft?

    Christian Beer: Durch die Pandemie und die damit verbundene lange Ausfallzeit, ist es schwierig eine Prognose abzugeben. Unser Ziel ist es eine Einheit zu formen, die bereit ist durch füreinander durchs Feuer zu gehen. Dann kommt der Erfolg automatisch. Unser gesamtes Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werte zu vermitteln, die nicht nur auf und neben dem Platz wichtig sind.

    Thomas Meiler: Wie kann man ihrer Meinung mehr Nachwuchs zu den Vereinen locken?

    Christian Beer: Ich kann mir vorstellen, dass diese Pandemie jetzt auch eine Chance ist. Sobald der Lockdown beendet ist und die Gesetzeslage es zulässt, sollten wir alle Werbung für die Vereine und ihre Jugendarbeit betreiben. Gerade Motoball ist eine besondere Sportart. Viele brauchen gerade jetzt nach so einer Zeit, Spaß und Zusammenhalt in einem funktionierenden Team. Dann das Ambiente mit den Maschinen, das macht doch den Reiz aus. Wenn wir das vermittelt bekommen, sollten wir es schaffen, einige Jugendliche neugierig zu machen und für diesen Sport zu begeistern.

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