Lisa Karakas und Manfred Weingärtner wollen dem Jugend-Motoball in Deutschland stärken. Die neue DSMB-Fachberaterin Motoball Bereich Jugend und ihr Stellvertreter gehen die Aufgabe im Nachwuchsbereich mit großer Motivation an. Diese wird bedingt durch die Corona-Pandemie nicht leicht, trotzdem sehen Karakas und Weingärtner viele Chancen für den Jugend-Motoball. Thomas Meiler sprach mit beiden Fachberatern über die aktuelle Lage und die Zukunftsaussichten.

    Thomas Meiler: Im Jugendbereich wird seit Jahren der deutsche Meister in Turnierform gesucht. Beim Motoball-Cup spielte die Jugend jedoch immer vor den Senioren. In welchem Modus wird dieser Saison gespielt?

    Lisa Karakas: Die Saison 2021 wird in gewohnter Turnierform abgehalten. Die Planungen laufen bereits, sind jedoch aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage natürlich erschwert. Trotzdem wollen wir die Saison dieses Jahr so „normal“ wie möglich gestalten und sind deswegen auch in regen Kontakt mit dem restlichen Mitgliedern des Fachausschuss Motoball. Bisher wird am regulären Saisonstart festgehalten, auch wenn es immer wahrscheinlicher wird das wir vielleicht auch erst im April oder sogar Mai beginnen können. Wir haben aus dem vergangenen Jahr jedoch gelernt, dass man spontan und flexibel bleiben muss in Zeiten von Corona .

    Thomas Meiler: In diesem Jahr bleibt also alles beim Alten. Soll es auch in Zukunft dabei blieben oder ist etwas anderes geplant?

    Manfred Weingärtner: Die Idee ist, dass ab 2022 die Jugendspiele nicht mehr in der Turnierform, sondern jeweils direkt vor der ersten Mannschaft stattfinden. Wir sind mit den Vereinen im Gespräch – für manche Vereine ist das aus heutiger Sicht eine nicht ganz unproblematische Umstellung. Wir werden aber gemeinsam nach entsprechenden Möglichkeiten und Lösungen suchen. Wichtig ist uns als grundsätzlicher Punkt, in eine gute Kommunikation mit den einzelnen Vereinen und Verantwortlichen zu treten und eine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen.

    Lisa Karakas: In einer ersten Sitzung mit den Vereinen, waren auch schon alle für diesen Modus. Natürlich ist bei einigen Vereinen noch eine Klärung aus organisatorischer Sicht notwendig und auch eine Abklärung mit den jeweiligen Gemeinden. Deshalb können wir eine Umstellung frühestens ab 2022 umsetzen.

    Thomas Meiler: Wie ist denn die Lage in den Vereinen bezüglich der Nachwuchsförderung?

    Lisa Karakas: Das Thema Nachwuchs ist in einigen Vereinen gut geregelt, in anderen noch ausbaubar. Jedoch positiv zu melden ist, dass sowohl bei Durmersheim, als auch in Malsch eine Jugend im Aufbau ist. Wir wissen um die Schwierigkeit Jugend zu finden und auch so lange zu binden, um nachhaltig auch für die erste Mannschaft Spieler zu generieren. Hier möchten wir in den nächsten Jahren auch mit den Vereinen ins Gespräch gehen.

    Thomas Meiler: Was ist denn das Besondere am Motoball? Was kann den Reiz für junge Menschen ausmachen, um diesen Sport zu betreiben?

    Manfred Weingärtner: Motoball ist sicherlich eine interessante und nicht alltägliche Sportart.

    Denn Fußballspielen können viele. Das aber auf einem Motorrad zu tun, ist etwas Besonderes.

    Lisa Karakas: Motoball verbindet zwei Sachen – einmal das Gefühl und den Reiz eines Teams und das Rasante und Moderne eines Motorsports. Beides sind Dinge die Jugendliche ab zwölf Jahren meistens reizen und auch interessieren. Es gibt keinen anderen Motorsport der so ein „Wir-Gefühl“ vermitteln und man ohne großes Vitamin-B auch einen Erfolg erzielen kann. Außerdem ist die Nähe zu den Fans und die Stimmung hierbei auch ein wichtiger Faktor.

    Thomas Meiler: Welche Möglichkeiten gibt es denn, um den Motoball für Kinder und Jugendliche noch attraktiver zu machen?

    Lisa Karakas: Der neue Modus würde hierbei schon einen großen Vorteil bringen! Wir haben einfach beim ADAC-Cup gesehen, wie sehr die Jugend davon profitiert hat und auch in den Medien mehr darüber berichtet wurde. Auch werden inzwischen von einigen Vereinen die Möglichkeit den Sport im Ferienprogramm der Gemeinden anzubieten, um Werbung zu machen. Ich denke über lange Sicht sollte man verstärkt auch den Social Media-Bereich weiter ausbauen, vor allem auch auf Vereinsebene. Die neue Generation liest kaum noch Zeitung. Google, Facebook, Instagram und Co. sind inzwischen die Plattformen um Infos zu beschaffen.

    Manfred Weingärtner: Das sehe ich auch so wie Lisa. Wichtig ist auch, dass mehr über die Jugend und die Spiele in den Medien berichtet wird.

    Foto: Ray Kun

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