Die Nachwuchsarbeit ist in allen Sportvereinen ein wichtiges Fundament für die Zukunft. Das gilt natürlich auch für den Motoball und das unterstreicht auch Jugendnationaltrainer Christian Beer: „Die Vereine wissen, dass ohne Nachwuchs der Motoball in Deutschland eine Durststrecke erleben wird. Aus diesem Grund wird die Jugendarbeit in den Clubs mit Leidenschaft vorangetrieben.“ Das erkennt der Übungsleiter auch in seiner Arbeit: „In unserem Nationalkader kann man erkennen, dass die Jungs nicht nur Motoball spielen können, sondern auch einen tollen Charakter haben und schon als eine Einheit auftreten.“ Die Jugendarbeit im Motoball wird hochgeschätzt. Denn die Mannschaftssportart hat es natürlich im Vergleich zu den bekannten Sportarten Fußball oder Handball schwerer. Motoball steht nicht so im Fokus der Öffentlichkeit.

    Motoball ist eine besondere und überaus faszinierende Sportart. „Die Mischung von Fußball und Motorradfahren gepaart mit Geschwindigkeit und jeder Menge Spannung ist unverwechselbar“, unterstreicht Ubstadt-Weihers Jugendleiter Michael Harlacher. Allein schon das Motorradfahren ist ein großer Trumpf, wie Diana Anselm, Jugendleiterin des MSC Puma Kuppenheim, weiß: „Reizvoll für die Jugendlichen ist zunächst die Faszination, bereits mit zwölf oder 13 Jahren mit einem echten Motorrad fahren zu dürfen. Dies ist ja sonst erst ab 16 Jahren möglich.“ Das Spielen mit dem Ball kommt in allen Vereinen erst später. Hier trennt sich sprichwörtlich oft die Spreu vom Weizen, denn zu fahren und gleichzeitig mit dem Ball umzugehen ist nicht einfach. „Für viele ist das aber dann zu anstrengend und nach kurzer Zeit sind sie wieder weg“, weiß Diana Anselm. „Ein alltägliches Hobby ist Motoball nicht. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, muss man beim Motoball mehrere Eigenschaften besitzen, um erfolgreich zu sein. Neben dem Gefühl für den Ball muss man auch das Motorrad beherrschen und diese Kombination ist schwieriger als es von außen ausschaut.“

    Deshalb werden die Jugendlichen langsam herangeführt – wie auch beim MSC Malsch. „Man muss genau wissen, wie die Maschine funktioniert, wie weit man gehen kann und wie gut diese bremst. Dann muss man noch den Überblick zu den anderen Spielern und vor allem den Schiedsrichtern haben, die ohne Motorrad auf dem Feld sind. Alles in allem ist es nicht für jedermann was und man muss es echt wollen und durchziehen“, so der Malscher Sportleiter Lukas Schmidkunz. Wenn man aber dabei bleibt und seine Liebe zum Motoball entdeckt, lohnt es sich. „Es ist ein Mannschaftssport, das bedeutet, nur gemeinsam sind wir stark“, weiß der Vorsitzende des MSC Kobra Malchin, Robert Wenzlaff. „Dabei können sie sich austoben und ausprobieren und sind bei Wind und Wetter draußen, was auch abhärtet.“

    Darüber hinaus lerne die Kinder und Jugendlichen auch Verantwortung zu tragen – nämlich für sich auf dem Platz, die Mannschaftskameraden und die Motorräder. „Auch das Montieren und Pflegen der eigenen Maschine ist genauso reizvoll, wie ein Mitglied eines tollen Teams zu sein“, sagt Michael Harlacher vom MSC Ubstadt-Weiher und sein Jugendleiter-Kollege vom MSC Taifun Mörsch, Manfred Weingärtner, gibt ihm recht: „Auch an den Maschinen herumschrauben zu können und regelmäßig in der Werkstatt zu sein und Verantwortung für das eigene Motorrad und die Technik zu haben, gehören einfach dazu und machen das Besondere am Motoball aus.“

    Die Jugendarbeit in den Motoball-Vereinen wird mit großem Herzblut betrieben. Die Jugend hat in allen Clubs einen hohen Stellenwert – auch wenn nicht jeder Verein an der deutschen Meisterschaft teilnimmt. Beim MSC Malsch ist die Jugendmannschaft im Aufbau. Hier haben auch Mädchen die Faszination am Motoball entdeckt. Die Hälfte der Jugendmannschaft ist weiblich. „Die Mädels waren davor schon oft beim Motoball in Malsch zum Zuschauen. Durch Laura Romano, die auch eine Zeit lang gespielt hat, stieg dann das Interesse, weil die Mädchen gesehen haben, dass auch Frauen spielen können. Bei uns hatte niemand Probleme damit, sie wurden sehr herzlich von uns aufgenommen“, erzählt Lukas Schmidkunz. Nachwuchs wird bei den meisten Mannschaften weiter gesucht. „Wir machen Aufrufe im Internet, auf Instagram oder wir verteilen im Stadion bei den Spielen und in Malchin Flyer“, sagt Robert Wenzlaff vom MSC Kobra. Beim MSC Puma Kuppenheim werden zwei- bis dreimal im Jahr Schnuppertrainings angeboten. Beim MSC Taifun Mörsch will man mit Sichtungslehrgängen junge Spieler anlocken.

    Zudem können sich jungen Spieler auf den neuen Modus in diesem Jahr freuen. Denn dann finden die Spiele um die deutsche Jugendmeisterschaft immer vor den Bundesligaspielen der Senioren statt. Dadurch werden die Jugendlichen vor mehr Publikum spielen. Zudem wird es in diesem Jahr auch eine besondere Gemeinschaft. Um ihrem Nachwuchs Spielpraxis zu ermöglichen haben sich die Jugendteams des MSC Philippsburg und dem MSC Comet Durmersheim zu einer Spielpraxis zusammengeschlossen.

    Foto: MSC Malsch

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